14.01.2019 - Gefahrenquelle Entmistungsschieber

Innerhalb der letzten 8 Wochen wurden Tierärzte des RGD mit Fällen in zwei verschiedenen Beständen konfrontiert, die durch eine zunächst mysteriöse Serie an Schwanzverletzungen bei Kühen gekennzeichnet waren. In beiden Fällen stellte sich nach ausführlicher Betriebserhebung – im zweiten Bestand mit zusätzlicher Kameraüberwachung – der Entmistungsschieber als Ursache für die Verletzungen heraus. Zum Verhängnis wurde den betroffenen Kühen jeweils ein Bauteil des Schiebers der, bedingt durch die starke Beanspruchung und den daraus resultierenden Abnützungserscheinungen, zu einer Falle für die in den Liegeboxen ruhenden Tiere und deren Schwänze wurde. Dies gibt zum Anlass, die gesetzliche Situation bezüglich des Einbaus, der Betreibung und der Wartung derartiger technischer Einrichtungen genauer unter die Lupe zu nehmen. In der Tierschutzgesetzgebung gibt es keine Vorschriften, die sich direkt auf Entmistungsschieber beziehen. Die Tierschutzverordnung hält jedoch fest, dass Tiere so zu halten sind, „dass ihre Körperfunktionen und ihr Verhalten nicht gestört werden und ihre Anpassungsfähigkeit nicht überfordert wird“ (Artikel 3 Absatz 1) und „die Verletzungsgefahr für Tier gering ist und deren Gesundheit nicht beeinträchtigt wird“ (Artikel 7 Absatz 1 Buchstabe a und b). Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hat zu diesem Thema kürzlich eine Fachinformation "Entmistungsschieber in Milchviehlaufställen" veröffentlicht. In dieser werden mögliche Gefahrenquellen in Zusammenhang mit dem Einsatz von Entmistungsschiebern genannt und welche Punkte bei Neubauten und Umbauen unbedingt beachtet werden sollten.

Dr. Johannes Raith (RGD, Standort Zürich)

zurück

Empfohlene Einträge

Werden Sie jetzt Fordermitglied, Gönner oder Kollektivmitglied

Veranstaltungen