15.02.2019 - BVD-Bekämpfung macht weiter Fortschritte

Im Frühjahr 2008 startete die Schweiz ein sehr umfassendes Bekämpfungs- und Ausrottungsprogramm gegen die Bovine Virus-Diarrhoe (BVD). Dieses bestand aus einem initialen und flächendeckenden Screening der gesamten Schweizer Rinderpopulation auf das Vorhandensein des BVD-Virus und einer nachfolgenden Untersuchungspflicht für alle neugeborenen Kälber. In den ersten vier Jahren der Bekämpfung konnte damit die Häufigkeit der Geburten von persistent mit dem BVD-Virus infizierten Rindern (PI-Tiere) von knapp 1,4% auf unter 0,02% gesenkt werden.

Diesen Status galt es nun einerseits abzusichern und andererseits trotzdem das Ziel der Ausrottung nicht aus den Augen zu verlieren. Zu diesem Zweck wurde 2012 ein Überwachungsprogramm gestartet, das die Untersuchung von Tankmilchproben (milchliefernde Betriebe) und von Blutproben (nicht-milchliefernde Betriebe) auf Antikörper gegen das BVD-Virus beinhaltet. Einzelne Betrieb wurden zudem weiterhin durch die Untersuchung der neugeborenen Kälber auf das BVD-Virus überwacht. Anhand dieser Massnahmen sank die Anzahl der BVD-Fälle über die Jahre kontinuierlich. Mit einer Ausnahme im Zeitraum 2016/2017, als es aufgrund regionaler Ausbrüche wieder zu einem Anstieg kam. Bereits 2018 wurde aber mit der Anzahl von 180 Fällen wieder eine deutliche Reduktion von 30% im Vergleich zum Vorjahr (258) erzielt. Aktuell sind 55 Betriebe in der Schweiz aufgrund eines BVD-Verdachts oder BVD-Falles gesperrt. Insgesamt besitzen derzeit 99,2% der Betriebe den Status der BVD-Freiheit.

Das ambitionierte Ziel der Ausrottung ist damit zwar noch nicht erreicht, aber die Schweiz befindet sich auf einem guten Weg dahin. Die Endphase einer Seuchenbekämpfung ist immer ein besonders labiler Zustand, da noch kursierende oder wieder neu eingeschleppte BVD-Viren einer zunehmend ungeschützten Rinderpopulation gegenüberstehen und eine neuerliche Ausbreitung sehr rasch von statten gehen kann. Die wichtigsten Verhaltensregeln zum Schutz der eigenen Herde sind in einem aktuellen Merkblatt des BLV zusammengefasst.

Dr. Johannes Raith (RGD, Standort Zürich

Quelle: Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen

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